Читаем Ночная песнь странника. Из немецкой лирической поэзии XVIII, XIX, XX веков полностью

Wo in den Schalen dunkle Flammen schwellen (где в чашах выбухают темные языки пламени; die Schale – чаша, пиала; die Flamme – пламя; schwellen – набухать /о почках/; прибывать /о воде/),

Wo golden klingen vieler Leiern Saiten (где по-золотому звенят многих лир струны; die Leier; die Saite).

Durch hohe Fenster schaun sie auf die Wellen (сквозь высокие окна смотрят они на волны; das Fenster; die Welle),

Auf grüne Wiesen in den blassen Weiten (на зеленые поляны в бледных далях; die Wiese; die Weite).

Er scheint zu lächeln aus des Schädels Leere (кажется, что он улыбается из пустоты черепа; leer – пустой; die Leere),

Er schläft, ein Gott, den süßer Traum bezwang (он спит, бог, которого покорил/которым овладел сладостный сон;

bezwingen – побеждать /противника/; покорять, подчинять; укрощать; zwingen – принуждать).

Die Würmer blähen sich in seiner Schwäre (черви пучатся/надуваются в его язве; die Schwäre – нарыв; гнойник),

Sie kriechen satt die rote Stirn entlang (они ползут, сытые, вдоль красного лба).

Ein Falter kommt die Schlucht herab (мотылек спускается в овраг/ущелье; der Falter; herab – вниз: «туда-вниз»). Er ruht (он сидит: «покоится»)

Auf Blumen (на цветах; die Blume). Und er senkt sich müd (и он устало опускается)

Der Wunde zu (к ране = на рану), dem großen Kelch von Blut

(к большому кубку, полному крови; der Kelch),

Der wie die Sammetrose dunkel glüht (который, словно «бархатная роза», темно пылает = пылает темным жаром; der Sammet = der Samt – бархат; die Samtblume – щирица /растение с желто-коричневыми цветами и сильным ароматом/; glühen – накаляться; пылать).

Der Schläfer im Walde

Seit Morgen ruht er. Da die Sonne rotDurch Regenwolken seine Wunde traf.Das Laub tropft langsam noch. Der Wald liegt tot.Im Baume ruft ein Vögelchen im Schlaf.Der Tote schläft im ewigen Vergessen,Umrauscht vom Walde. Und die Würmer singen,Die in des Schädels Höhle tief sich fressen,
In seine Träume ihn mit Flügelklingen.Wie süß ist es, zu träumen nach den LeidenDen Traum, in Licht und Erde zu zerfallen,Nichts mehr zu sein, von allem abzuscheiden,Und wie ein Hauch der Nacht hinabzuwallen,Zum Reich der Schläfer. Zu den HetairienDer Toten unten. Zu den hohen Palästen,Davon die Bilder in dem Strome ziehen,Zu ihren Tafeln, zu den langen Festen.Wo in den Schalen dunkle Flammen schwellen,Wo golden klingen vieler Leiern Saiten.Durch hohe Fenster schaun sie auf die Wellen,
Auf grüne Wiesen in den blassen Weiten.Er scheint zu lächeln aus des Schädels Leere,Er schläft, ein Gott, den süßer Traum bezwang.Die Würmer blähen sich in seiner Schwäre,Sie kriechen satt die rote Stirn entlang.Ein Falter kommt die Schlucht herab. Er ruhtAuf Blumen. Und er senkt sich müdDer Wunde zu, dem großen Kelch von Blut,Der wie die Sammetrose dunkel glüht.

Ophelia

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